Lautspezifische Aufgaben: Vokalunterschiede

udtale.de Aussprache im Unterricht Aufgabenerstellung

 Das Wichtigste
  • Dänisch hat eine Vielfalt monophthongischer Qualitäten, die sich nur sehr geringfügig unterschei­den. Die Lautabstufungen sind deshalb sehr schwierig wahrzunehmen und zu bilden.
  • Problematisch sind sowohl Vokale, die keinem deutschen Laut ähneln – wie [ɔ̝̈] (låne) -, als auch Vokale, die deutschen Vokalen ähneln, aber nicht gleich sind – wie [ʌ̞̈] (bånd).
  • Typische Fehler bei Vokallauten treten dann auf, wenn die Wahrnehmung oder die Lautbildung nicht gelingt.
  • Die Aufgaben bauen aufeinander auf und folgen den Lernschritten Bewusstmachung und Wahrnehmung, Üben der Lautbildung, Anwendung in freier Sprache. Außerdem gibt es Aufgaben zur Schreibung des Lauts.
  • Die Aufgaben beruhen auf der Annahme, dass der jeweilige Laut zuvor eingeführt und mit einem Huskeord verknüpft wurde.
  • Im folgenden Beispiel werden beispielhaft die Vokale [æ] (kat) und [ɛ] (nabo) behandelt, die Vorgehensweise lässt sich aber auch auf andere nahe beieinander liegende Vokale übertragen.
 Bewusstmachung und Wahrnehmung

Als erster Schritt sollte die Wahrnehmung des Kontrasts zwischen den Vokalen geübt werden. In den Beispielaufgaben wird zunächst das Prinzip der unterschiedlichen Öffnungsgrade bei der Lautbildung bewusst gemacht. Dies erfolgt mit Hilfe einer Visualisierung. Anschließend folgt eine Minimalpaarübung und eine Identifizierungsübung zum Training der Wahrnehmung.

 Visualisierung der Öffnungsgrade

Öffnungsgrade
Aufgabe: Sprich die Wörter Riegel, Kette und Rasen. Du kannst deutlich hören, dass alle drei Wörter unterschiedliche Vokale haben. Auch im Dänischen gibt es diese Laute, zum Beispiel in vise, nabo und prale.

Die Vokale klingen unterschiedlich, weil die Zunge bei der Lautbildung verschiedene Positionen einnimmt. Sie ist unterschiedlich stark gewölbt, wodurch die Luft im Mundraum unterschiedlich viel Platz hat. Man sagt: Je mehr Platz im Mund bleibt, desto größer ist der Öffnungsgrad des Vokals.

Vergleiche, wie sich der Öffnungsgrad bei den Vokalen [i], [ɛ] und [ɑ̈] unterscheidet. Wo liegt der Zungenrücken am höchsten? Wo am niedrigsten?

Lautspezifische Aufgaben: Vokalunterschiede[i](vise)
Lautspezifische Aufgaben: Vokalunterschiede[ɛ](nabo)
Lautspezifische Aufgaben: Vokalunterschiede[ɑ̈](prale)
 Hinweise und Lösungen

Hinweise

  • Die IPA-Zeichen können für Lernerinnen und Lerner verwirrend sein. Besonders die zwei Punkte über dem zentralen a [ɑ̈](prale) erinnern an das orthographische ä. Beim Umgang mit Lautschriftsymbolen sollte daher darauf geachtet werden, dass den Lernerinnen und Lerner der Unterschied zwischen Schrift und Lautung bekannt ist und dass die zwei Punkte einfach zu dem Lautschriftsymbol [ɑ̈] gehören.
  • Alternativ bietet es sich an, nur die Huskeord ganz ohne Lautschriftsymbole zu verwenden.
  • Die Übung zu den Öffnungsgraden kann als Grundlage dazu dienen, Lernerinnen und Lernern bewusst zu machen, dass einige Laute sich nur sehr gering in ihren Öffnungsgraden unterscheiden, dieser Unterschied jedoch im Dänischen von Bedeutung ist.
  • In den folgenden Übungen zu den feinen Unterschieden zwischen [æ] (kat) und [ɛ] (nabo) kann dies weiter nachvollzogen werden.

Lösung

  • Beim Vokal [i] liegt der Zungenrücken am höchsten, beim [ɑ̈] liegt er am niedrigsten.
 Minimalpaarübung

Ein Wort raus
Aufgabe: Du hörst drei Wörter. Zwei klingen gleich, eines klingt ein bisschen anders als die beiden anderen. Markiere, an welcher Position das einzelne ungleiche Wort steht!

Position 1Position 2Position 3
a)
b)
c)
 Hinweise und Lösungen

In dieser Übung geht es um den schwierigen Ziellaut [æ] (kat), der sich nur minimal von dem benachbarten Vokal [ɛ] (nabo) unterscheidet und deshalb für Lernerinnen und Lerner schwierig zu hören ist.

Die Minimalpaarübung sollte vor der Identifizierungsübung durchgeführt werden.

Es können noch mehr Wörter gefunden werden, die im besten Fall mit dem aktuell zu lernenden Wortschatz übereinstimmen.

Lösung:

  • a) Position 2
  • b) Position 3
  • c) Position 2
 Identifizierungsübung

Lautdetektive
Aufgabe: Hör genau hin und ordne zu: Wird der Laut ausgesprochen wie kat oder wie nabo? Kreuze an!

katnabo
a)abe
b)blande
c)vase
d)glas
 Hinweise und Lösungen

In dieser Übung geht es um den schwierigen Ziellaut [æ] (kat), der sich nur minimal von dem benachbarten Vokal [ɛ] (nabo) unterscheidet und deshalb für Lernerinnen und Lerner schwierig zu hören ist.

Die Identifizierungsübung sollte erst nach der Minimalpaarübung durchgeführt werden.

Es können noch mehr Wörter gefunden werden, die im besten Fall mit dem aktuell zu lernenden Wortschatz übereinstimmen.

Lösung:

  • a) abe wie nabo
  • b) blande wie kat
  • c) vase wie nabo
  • d) glas wie kat
 Lautbildung

Wenn die Lautwahrnehmung gelingt, kann mit dem Üben der Lautbildung anhand von visuellen und taktilen Hilfen begonnen werden. Anschließend kann der neue Laut in Wortzusammenhängen in Form von Nachsprech- bzw. Shadowing-Übungen kontrolliert geübt werden.

 Übung der Lautbildung in Wörtern

Neue Laute sprechen
Aufgabe: Hör dir die Wörter an und sprich nach!

Die beiden Laute [ɛ] (nabo) und [æ] (kat) liegen sehr nahe bei einander, wie die Zungenstellungen in den Abbildungen zeigen. Weil die unterschiedliche Stellung der Zunge für uns kaum wahrzunehmen ist, ist es schwierig, den Unterschied zwischen den beiden Lauten zu bilden.

Du kannst dich bei der Bildung der Laute daran orientieren, dass es [ɑ̈] (prale) und [ɛ] (nabo) auch im Deutschen gibt, beispielsweise in Lage und Bett.

a)Lautspezifische Aufgaben: Vokalunterschiede[ɛ] (nabo)
b)Lautspezifische Aufgaben: Vokalunterschiede[æ] (kat)
c)Lautspezifische Aufgaben: Vokalunterschiede[ɑ̈] (prale)

Der dänische Vokal [æ] (kat) wird offener gesprochen als [ɛ] (nabo) (Abb. a), d. h. bei der Lautbildung liegt der höchste Punkt des Zungenrückens also etwas weiter unten (vgl. Abb. b). Er liegt aber noch oberhalb von [ɑ̈] (prale) (Abb. c).

Du kannst den Vokal [æ] (kat) also zwischen [ɛː] (nabo) und [ɑ̈] (prale) finden.

Bedenke diese Lautabstufungen, während du folgende Lautreihen mitsprichst:

[ɛ] (nabo)[æ] (kat)[ɑ̈] (prale)
a)abeglasabsurd
b)vasenaivchance
c)tabedanskdragt

 Anwendung in freier Sprache

Zur Automatisierung des neuen Lauts auch in frei gesprochener Sprache bieten sich Aufgabentypen wie Aussprachespiele, Gedichte, Lieder und Zungenbrecher oder freie Sprechübungen an.

Das hier vorgestellte Spiel Lyd i ord funktioniert ähnlich wie das Spiel Stadt, Land, Fluss. Es gibt Kategorien, zu denen die Lernerinnen und Lerner Wörter finden müssen, in denen der jeweilige Laut vorkommt. Das Spiel unterscheidet sich insofern von der bekannten Variante, als der jeweilige Laut nicht am Anfang stehen muss und auch die Schreibung keine Rolle spielt. Die zu füllenden Kategorien können selbst erdacht werden. Es bieten sich Städte, Tiere, Namen und Gegenstände an.

Zur Bestimmung des jeweils einzusetzenden Lauts bietet es sich an, größere Schaumstoffwürfel mit den Huskeord zu bekleben. Der jeweils einzusetzende Laut kann auch von der Lehrperson für die Spielgruppen in jeder Runde vorgegeben werden. Diese Variante ermöglicht eine bessere Steuerung der Lerngruppe.

 Lyd i ord

Lyd i ord
Aufgabe: Find ord, der indeholder den eftersøgte lyd, til de nedestående kategorier!

lyddyrby, ø eller landverbgenstand
[ɛ] (nabo)abeSkagengabegave


Tæl jeres point!

  • Den som er først færdig får 10 point.
  • Hvert rigtige svar giver 5 point.
  • Hvert forkerte svar giver -5 point.
 Hinweise und Lösungen

Indem die Lehrperson die Spielwürfel mit den Lauten schon vorher vorbereitet, kann sie beeinflussen, dass nur bereits bekannte Laute vorkommen können. Alternativ kann die Lehrperson den jeweiligen Laut an der Tafel vorgeben. Die Laute sollten immer mit ihrem jeweiligen Huskeord präsentiert werden.

Die Lehrperson kann selbst bestimmen, ob eine bestimmte Anzahl an Runden gespielt wird oder ob den Lernerinnen und Lernern ein gewisses Zeitfenster zur Verfügung steht. Wenn die Lernerinnen und Lerner eigenständig in Runden spielen, kann eine Runde enden, wenn ein Spieler oder eine Spielerin alle Spalten gefüllt hat oder wenn die Zeit abgelaufen ist.

Das Spiel lässt sich auch im gesamten Plenum mit unterschiedlichen Teams spielen.

 Schreibung

Weil Buchstaben nur sehr eingeschränkt geeignet sind, um die Laute des Dänischen zu beschreiben, sollte die Schreibung nicht als Grundlage zum Erwerb der Lautung eingesetzt werden (siehe auch Laute und Schreibung). Trotzdem ist es natürlich von Relevanz, dass die Lernerinnen und Lerner die richtige Orthographie erwerben. Dieser Schritt sollte allerdings erst nach dem Unterrichten der Aussprache erfolgen.

Die Regeln zur Schreibung der drei Laute sind relativ regelmäßig. Sowohl [ɛ] (nabo) als auch [æ] (kat) werden beide in der Regel mit a geschrieben. Kurzes [ɑ̈] (prale) wird zwar auch mit dem Buchstaben a geschrieben, kann allerdings nach r auch mit e (rem) oder æ (træt) geschrieben werden.

 Übung zur Schreibung

Die Schreibung des Lauts
Aufgabe: Kreuze an, welchen Laut du hörst. Stelle anschließend eine Regel auf, mit welchen Buchstaben die Laute [ɛ] (nabo), [æ] (kat) und [ɑ̈] (prale) geschrieben werden können.

[ɛ] (nabo)[æ] (kat)[ɑ̈] (prale)
a)skade
b)kamp
c)mand
d)ret
e)tabe
f)adskille
g)rensdyr

Regel:

  • [____] und [____] werden immer mit a geschrieben.
  • [____] wird mit a geschrieben, kann aber auch mit r + e geschrieben werden.
 Hinweise und Lösungen

Die Regeln zur Schreibung der drei Laute sind relativ regelmäßig. Sowohl [ɛ] (nabo) als auch [æ] (kat) werden beide in der Regel mit a geschrieben. Kurzes [ɑ̈] (prale) wird zwar auch mit dem Buchstaben a geschrieben, kann allerdings nach r auch mit e (rem) oder æ (træt) geschrieben werden.

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